Was müssen die Wählerinnen und Wähler über Sie als
Politiker/Politikerin wissen?
Was sind Ihre Eignung, Motivation und
Zielvorstellung für die Aufgabe als VG-Bürgermeister/in?
Ich stehe für eine bürgernahe, verlässliche und
lösungsorientierte Kommunalpolitik.
Seit über 20 Jahren engagiere ich mich
ehrenamtlich im Orts- und Verbandsgemeinderat und kenne die Herausforderungen
unserer 50 Ortsgemeinden aus erster Hand.
Beruflich arbeite ich als
Maschinenbautechniker bei einem regionalen Unternehmen und bin seit vielen
Jahren in der Ausbildung junger Menschen tätig.
Im Ehrenamt engagiere ich mich
im Bereich Kultur und Feuerwehr. Ich bin seit über 25 Jahren im Vorstand,
zwischendurch auch als 1. Vorsitzender und aktuell als 2. Vorsitzender, des
Förderverein Freiwillige Feuerwehr Herborn. Kommunalpolitisch wurden mir seit
2004 Mandate in Orts- und Verbandsgemeinderat von den Wählerinnen und Wählern
verliehen, seit 2019 bin ich Vorsitzender der CDU-Fraktion im VG-Rat.
Verantwortung, Teamführung und Organisation gehören für mich zum Alltag.
Meine
Motivation ist es, die Nationalparkverbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen modern,
transparent und zukunftsfest zu gestalten: mit starken Feuerwehren, guter
Bildung, verlässlicher Mobilität, nachhaltiger Entwicklung und einem klaren
Fokus auf Wohnen und Pflege.
Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, vor denen die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen in den nächsten Jahren stehen wird? Wie bringen Sie sich dabei ein?
Die größten Herausforderungen liegen in der Sicherung
zentraler Daseinsvorsorge: Bildung, Pflege, Gesundheit und Infrastruktur.
Wenn
die Entwicklungsmöglichkeiten an unseren Grundschulstandorten Fischbach und
Oberreidenbach ausgeschöpft sind, müssen wir den Neubau einer modernen
Grundschule konsequent vorantreiben.
Ebenso müssen die Pflegeangebote ausgebaut
werden. Die mobile Pflege muss erhalten werden. Die Tagespflege muss sich
etablieren und sukzessive ausgebaut werden. Dazu ist das Gesundheitskompetenzzentrum
in Herrstein ein Schlüsselprojekt, ebenso wie die Sicherstellung der ärztlichen
Versorgung in der Fläche.
Parallel müssen Verwaltung verlässlicher und Service
durch Digitalisierung bürgerfreundlicher werden. Terminreservierungen uns
spontane Anliegen müssen gleichberechtigt möglich sein und bearbeitet
werden.
Wichtig ist mir auch der Erhalt
freiwilliger Leistungen wie Schwimmbad Rhaunen, Sportstätten und
Vereinsförderung – denn sie sichern Lebensqualität.
Ich bringe
kommunalpolitische Erfahrung, Umsetzungswillen und Nähe zu den Menschen ein.
Wie stehen Sie zur Hunsrückspange? Muss die
Straßenverbindung vom Hahn zur B41 jetzt endlich zügig umgesetzt werden?
Oder ist
das eine Planung von gestern, die man ruhig an den Nagel hängen kann?
Ich bin seit jeher für eine leistungsfähige Verbindung von
der B41 zur B50. Spätestens mit dem Hochmoselübergang und dem immer
realistischer werdenden Lückenschluss der A1 gewinnt diese Achse weiter an
Bedeutung – für Wirtschaft, Pendler und unsere Region.
Unabhängig davon bin ich
klar für eine Ortsumgehung Rhaunen, um den Ort dauerhaft vom Durchgangsverkehr
zu entlasten.
Gleichzeitig gilt: Infrastruktur muss sinnvoll, umwelt- und
ressourcenschonend geplant werden. Ich hätte daher bestehende Verkehrswege weitgehend
genutzt und ausgebaut und einen kleineren, zielgerichteten Neubau zwischen L160
und L159 bevorzugt.
Stichwort: Planung von gestern. Entscheidend ist: Wir
brauchen Lösungen, die wirken – und nicht jahrzehntelange Stillstände. Wenn wir
davon ausgehen, dass der Nord- und Südabschnitt jeweils eine ähnliche Vorlauf-
und Bauzeit wie der Mittelabschnitt benötigen, landen wir für die komplette
Lückenschließung (B41 bis B50) sehr wahrscheinlich in den späten 2030er oder
gar 2040er Jahren.
Wie stehen Sie zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald? Läuft da aus Ihrer Sicht alles rund?
Meiner Meinung nach ist die Bilanz des Nationalparks
ernüchternd.
Der Park ist ökologisch ein Juwel, aber infrastrukturell ein
Trümmerhaufen. Während die Natur ihren Job macht, ist das politische Management
ein Offenbarungseid. Es gelingen bisher nur Hochglanzbroschüren und
Absichtserklärungen.
Ich wiederhole gerne meinen Vergleich von vor 10 Jahren. Zur
Eröffnung bekamen wir ein „kleines grünes Eimerchen“ geschenkt, verbunden mit
dem Versprechen, es reich strukturell zu füllen. Bis heute ist noch nicht mal
der Eimerboden bedeckt!
Dass wir zehn Jahre nach der Gründung und zum 60.
Geburtstag des Wildfreigehege Wildenburg „Teilbaustellen“ feiern müssen, ist
beschämend. Während die Natur floriert, versinkt das Management im Chaos:
Fehlende Bebauungspläne und marode Wahrzeichen zeigen das Versagen.
Besonders
provokant ist die Lage am Wildenburgturm: Wie lange bleibt er nach jahrelanger
Vernachlässigung jetzt wirklich geschlossen? Dass er wegen akuter
Einsturzgefahr gesperrt werden musste, ist symptomatisch für den
Sanierungsstau.
Einziger Lichtblick ist der neu strukturierte ÖPNV. Und somit kommen wir schon
zum Tourismus....
Wie läuft es im Bereich Tourismus? Ist die
Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen auf dem richtigen Weg?
Was könnte man da aus
Ihrer Sicht besser machen?
Im Tourismus ist unsere Verbandsgemeinde grundsätzlich auf
einem guten Weg – wir haben mit Nationalpark, Traumschleifen, Kultur und
Edelsteintradition ein enormes Potenzial. Touristische Einrichtungen stärken
zudem auch die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger.
Allerdings fehlt
es aus meiner Sicht an konsequenter Umsetzung und an einem klaren roten Faden.
Vor zwei Jahren hat eine Arbeitsgruppe aus dem Tourismusausschuss, an der ich
selber beteiligt war, eine umfangreiche Befragung der touristischen
Leistungsträger durchgeführt und wichtige Erkenntnisse erarbeitet. Leider ist
dieses Papier bislang nicht sichtbar in konkrete Maßnahmen umgesetzt worden.
Der Fokus auf einen Foodtruck greift zu kurz.
Wir müssen an mehreren Hebeln
gleichzeitig ansetzen: bessere Vernetzung von Gastgebern, Gastronomie und
Angeboten, gezieltes Marketing, attraktive Aufenthaltsqualität und konkrete
Infrastruktur.
Auffällig ist zudem: Viele Gäste kommen nicht gezielt wegen des
Nationalparks, nehmen ihn erst vor Ort wahr und schätzen ihn dann sehr. Das
zeigt deutliches Marketingpotenzial. Ich erhoffe mir Verbesserungen durch die
neu gegründete Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH, die aus der Verschmelzung von
Hunsrück- und Naheland-Touristik entstanden ist.
Wichtig ist, dass daraus spürbare
Impulse für unsere Region entstehen.
Warum ist die VG Herrstein/Rhaunen die beste/schönste/attraktivste in Rheinland-Pfalz? (max. 500 Zeichen)
Ob die VG Herrstein-Rhaunen die „beste“ ist, steht mir nicht
zu zu beurteilen, doch für mich ist sie die Heimat des Herzens.
Ich lebe hier
seit meiner Geburt, kam nach vier Jahren Bundeswehr bewusst und dankbar zurück
und arbeite sowie engagiere mich seither aus voller Überzeugung ehrenamtlich.
Die Kombination aus unberührter Natur und dem starken Zusammenhalt der Menschen
macht die Region für mich einzigartig.
Meine Liebe zur Heimat ist der Grund,
warum ich hier verwurzelt bin und bleibe. Diese Verwurzelung ist der Antrieb
für meine Kandidatur als Bürgermeister:
Ich möchte der Region, die mir so viel
gegeben hat, nun demütig im Hauptamt dienen und Verantwortung übernehmen.
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