Stephan Dreher

22. März 2026
Bürgermeisterkandidat für die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen.

STECKBRIEF der Nahe-Zeitung

Was müssen die Wählerinnen und Wähler über Sie als Politiker/Politikerin wissen? 
Was sind Ihre Eignung, Motivation und Zielvorstellung für die Aufgabe als VG-Bürgermeister/in?

Ich stehe für eine bürgernahe, verlässliche und lösungsorientierte Kommunalpolitik. 
Seit über 20 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich im Orts- und Verbandsgemeinderat und kenne die Herausforderungen unserer 50 Ortsgemeinden aus erster Hand. 
Beruflich arbeite ich als Maschinenbautechniker bei einem regionalen Unternehmen und bin seit vielen Jahren in der Ausbildung junger Menschen tätig. 
Im Ehrenamt engagiere ich mich im Bereich Kultur und Feuerwehr. Ich bin seit über 25 Jahren im Vorstand, zwischendurch auch als 1. Vorsitzender und aktuell als 2. Vorsitzender, des Förderverein Freiwillige Feuerwehr Herborn. Kommunalpolitisch wurden mir seit 2004 Mandate in Orts- und Verbandsgemeinderat von den Wählerinnen und Wählern verliehen, seit 2019 bin ich Vorsitzender der CDU-Fraktion im VG-Rat. Verantwortung, Teamführung und Organisation gehören für mich zum Alltag. 
Meine Motivation ist es, die Nationalparkverbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen modern, transparent und zukunftsfest zu gestalten: mit starken Feuerwehren, guter Bildung, verlässlicher Mobilität, nachhaltiger Entwicklung und einem klaren Fokus auf Wohnen und Pflege. 

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen, vor denen die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen in den nächsten Jahren stehen wird? Wie bringen Sie sich dabei ein?

Die größten Herausforderungen liegen in der Sicherung zentraler Daseinsvorsorge: Bildung, Pflege, Gesundheit und Infrastruktur. 
Wenn die Entwicklungsmöglichkeiten an unseren Grundschulstandorten Fischbach und Oberreidenbach ausgeschöpft sind, müssen wir den Neubau einer modernen Grundschule konsequent vorantreiben. 
Ebenso müssen die Pflegeangebote ausgebaut werden. Die mobile Pflege muss erhalten werden. Die Tagespflege muss sich etablieren und sukzessive ausgebaut werden. Dazu ist das Gesundheitskompetenzzentrum in Herrstein ein Schlüsselprojekt, ebenso wie die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in der Fläche. 
Parallel müssen Verwaltung verlässlicher und Service durch Digitalisierung bürgerfreundlicher werden. Terminreservierungen uns spontane Anliegen müssen gleichberechtigt möglich sein und bearbeitet werden.  
Wichtig ist mir auch der Erhalt freiwilliger Leistungen wie Schwimmbad Rhaunen, Sportstätten und Vereinsförderung – denn sie sichern Lebensqualität. 
Ich bringe kommunalpolitische Erfahrung, Umsetzungswillen und Nähe zu den Menschen ein.

Wie stehen Sie zur Hunsrückspange? Muss die Straßenverbindung vom Hahn zur B41 jetzt endlich zügig umgesetzt werden? 
Oder ist das eine Planung von gestern, die man ruhig an den Nagel hängen kann?

Ich bin seit jeher für eine leistungsfähige Verbindung von der B41 zur B50. Spätestens mit dem Hochmoselübergang und dem immer realistischer werdenden Lückenschluss der A1 gewinnt diese Achse weiter an Bedeutung – für Wirtschaft, Pendler und unsere Region.
Unabhängig davon bin ich klar für eine Ortsumgehung Rhaunen, um den Ort dauerhaft vom Durchgangsverkehr zu entlasten. 
Gleichzeitig gilt: Infrastruktur muss sinnvoll, umwelt- und ressourcenschonend geplant werden. Ich hätte daher bestehende Verkehrswege weitgehend genutzt und ausgebaut und einen kleineren, zielgerichteten Neubau zwischen L160 und L159 bevorzugt. 
Stichwort: Planung von gestern. Entscheidend ist: Wir brauchen Lösungen, die wirken – und nicht jahrzehntelange Stillstände. Wenn wir davon ausgehen, dass der Nord- und Südabschnitt jeweils eine ähnliche Vorlauf- und Bauzeit wie der Mittelabschnitt benötigen, landen wir für die komplette Lückenschließung (B41 bis B50) sehr wahrscheinlich in den späten 2030er oder gar 2040er Jahren.

Wie stehen Sie zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald? Läuft da aus Ihrer Sicht alles rund?

Meiner Meinung nach ist die Bilanz des Nationalparks ernüchternd. 
Der Park ist ökologisch ein Juwel, aber infrastrukturell ein Trümmerhaufen. Während die Natur ihren Job macht, ist das politische Management ein Offenbarungseid. Es gelingen bisher nur Hochglanzbroschüren und Absichtserklärungen. 
Ich wiederhole gerne meinen Vergleich von vor 10 Jahren. Zur Eröffnung bekamen wir ein „kleines grünes Eimerchen“ geschenkt, verbunden mit dem Versprechen, es reich strukturell zu füllen. Bis heute ist noch nicht mal der Eimerboden bedeckt! 
Dass wir zehn Jahre nach der Gründung und zum 60. Geburtstag des Wildfreigehege Wildenburg „Teilbaustellen“ feiern müssen, ist beschämend. Während die Natur floriert, versinkt das Management im Chaos: Fehlende Bebauungspläne und marode Wahrzeichen zeigen das Versagen. 
Besonders provokant ist die Lage am Wildenburgturm: Wie lange bleibt er nach jahrelanger Vernachlässigung jetzt wirklich geschlossen? Dass er wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt werden musste, ist symptomatisch für den Sanierungsstau.
Einziger Lichtblick ist der neu strukturierte ÖPNV. Und somit kommen wir schon zum Tourismus....
 

Wie läuft es im Bereich Tourismus? Ist die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen auf dem richtigen Weg? 
Was könnte man da aus Ihrer Sicht besser machen?

Im Tourismus ist unsere Verbandsgemeinde grundsätzlich auf einem guten Weg – wir haben mit Nationalpark, Traumschleifen, Kultur und Edelsteintradition ein enormes Potenzial. Touristische Einrichtungen stärken zudem auch die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger. 
Allerdings fehlt es aus meiner Sicht an konsequenter Umsetzung und an einem klaren roten Faden. Vor zwei Jahren hat eine Arbeitsgruppe aus dem Tourismusausschuss, an der ich selber beteiligt war, eine umfangreiche Befragung der touristischen Leistungsträger durchgeführt und wichtige Erkenntnisse erarbeitet. Leider ist dieses Papier bislang nicht sichtbar in konkrete Maßnahmen umgesetzt worden. Der Fokus auf einen Foodtruck greift zu kurz. 
Wir müssen an mehreren Hebeln gleichzeitig ansetzen: bessere Vernetzung von Gastgebern, Gastronomie und Angeboten, gezieltes Marketing, attraktive Aufenthaltsqualität und konkrete Infrastruktur. 
Auffällig ist zudem: Viele Gäste kommen nicht gezielt wegen des Nationalparks, nehmen ihn erst vor Ort wahr und schätzen ihn dann sehr. Das zeigt deutliches Marketingpotenzial. Ich erhoffe mir Verbesserungen durch die neu gegründete Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH, die aus der Verschmelzung von Hunsrück- und Naheland-Touristik entstanden ist. 
Wichtig ist, dass daraus spürbare Impulse für unsere Region entstehen.

Warum ist die VG Herrstein/Rhaunen die beste/schönste/attraktivste in Rheinland-Pfalz? (max. 500 Zeichen)

Ob die VG Herrstein-Rhaunen die „beste“ ist, steht mir nicht zu zu beurteilen, doch für mich ist sie die Heimat des Herzens. 
Ich lebe hier seit meiner Geburt, kam nach vier Jahren Bundeswehr bewusst und dankbar zurück und arbeite sowie engagiere mich seither aus voller Überzeugung ehrenamtlich. 
Die Kombination aus unberührter Natur und dem starken Zusammenhalt der Menschen macht die Region für mich einzigartig. 
Meine Liebe zur Heimat ist der Grund, warum ich hier verwurzelt bin und bleibe. Diese Verwurzelung ist der Antrieb für meine Kandidatur als Bürgermeister: 
Ich möchte der Region, die mir so viel gegeben hat, nun demütig im Hauptamt dienen und Verantwortung übernehmen.